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Blick über Thalwinkel

Die evangelische Dorfkirche St. Jakobus in Thalwinkel

Blick auf die Kirche vom Garten des FreizeitheimsxUm 1350 erfolgte der Kirchbau, von dem der spätromanische Chorturm noch erhalten ist.

Die Apsis (jetzt Sakristei) mit schmalen, spitzbogigen Fenstern ist gotisch.

Im Jahre 1734 erfolgte der Neubau des Kirchenschiffes und des Oberteils des Turmes. Jahreszahl über dem gleichzeitigen Portal in Sakristei.

Über dem Altar befand sich die hölzerne barocke Kanzel mit seitlichen Durchgängen.

Der Bau des Pfarrhauses (jetzt Freizeitheim) fand 1736 statt. Das Grab des Bauherrn, Pastor Johann Christoph Wichmann, von 1728-1763 in Thalwinkel, ist noch rechts von der Kirchentreppe sichtbar.

Weitere historische Daten der Kirche sind uns nachfolgend erhalten, wie

Kruzifix von Matthias Schöneburgx

Bilder in der Bildergalerie

 

Glocken der Dorfkirche Thalwinkel

Thalwinkel besitzt 3 Glocken. Die große sowie die kleine Glocke wurden ca. 1350 gegossen.
Die mittlere Glocke ist die jüngste und stammt von dem Ort Warta, der zwischen Golzen und Bad Bibra lag. Die Innschrift lautet „Hilf Gott – Ave Maria".

Die große Glocke ist eine sogenannte Wetterglocke, welche außer einem lateinischen Vers den Wetterspruch trägt. Dieser lautet "O, als Stimme, Stimme des Lebens rufe ich euch. Kommet und betet an, O, König der Ehren, komme mit Frieden. G. von Erfurt hat mich gegossen." ( G. steht für Gunterus).

Die kleine Glocke (Totenglocke) stammt aus der gleichen Zeit. Ihre Umschrift ist in Spiegelschrift ausgeführt und enthält den Gruß des Engels. Dieser Gruß lautet in der Übersetzung: "Sei gegrüßt Maria, du Gnadenreiche, der Herr ist mit Dir!".

Das hohe Alter dieser beiden Glocken führt in jene Zeit zurück, wo Thalwinkel nur eine geringe Zahl an Einnahmen hatte, denn der größte Teil der dortigen Feldmarke bestand in einem Vorwerk, welches die Besitzer von Burgscheidungen, die Herren von Wiehe, bzw. deren Erben, erst später verkauften. Da Burg Scheidungen zu dieser Zeit ein Lehnsgut des Stifts zu Bamberg war, so erscheint die Annahme berechtigt, dass dieses Stift die Kirche in Thalwinkel errichtet und beide Glocken angeschafft hat.

Am 27.12.1941 mussten 2 von den Glocken den Kriegsbedürfnissen geopfert werden, die größte und die mittlere Glocke.

Am 27.11.1949 gab es eine besondere Freude. Die Kirchglocken, die im Krieg abgeliefert werden mussten, konnten in Apolda ausfindig gemacht werden und kehrten heim. Am 1. Advent, dem 27.12.1949, wurden sie durch ihr feierliches Dreigeläut festlich eingeweiht.
Gleichzeitig hatten die Dorfbewohner die Freude, den Ortspfarrer, Herrn Pastor Zabel, wieder in der alten Heimgemeinde begrüßen zu können. Nach 4 ½ jähriger Gefangenschaft im fernen Russland ist er wohlbehalten in das stille Thalwinkel zurückgekehrt.